Wir sind Charlie – wir sind nicht Pegida

5-Minuten-Info: Wir sind Charlie – wir sind nicht Pegida Der Bürger-Appell „Wir sind Charlie – wir sind nicht Pegida!“ tritt ein für ein friedliches Zusammenleben aller Religionen und Menschen. Damit setzen wir ein Zeichen für Meinungs- und Pressefreiheit, für Toleranz und eine offene Gesellschaft. Wir wehren uns gegen die aktuelle Instrumentalisierung der Morde vom 7. Januar in der Redaktion der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ und fordern einen Stopp der andauernden Pegida-Demonstrationen. Unterzeichnen auch Sie den Appell!

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Mord an Journalisten Zwölf Menschen wurden in Paris bei dem blutigen Überfall auf die Redaktion der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ ermordet. Bereits im Jahr 2011 hatte ein Brandanschlag die Redaktionsräume verwüstet und die Journalisten erhielten wiederholt Morddrohungen. Die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ wurde durch ihre bissigen Karikaturen immer wieder zur Zielscheibe der Kritik – und zwar aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Geradezu mit Strafanzeigen überzogen wurde sie wegen Karikaturen, die sich über den Papst, über Jesus oder die Kirche lustig machen. Viel Kritik erntete die Zeitung für ihre umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Was Pegida gerne unterschlägt: „Charlie Hebdo“ hat neben Religionen mit Vorliebe auch rechte Populisten aufs Korn genommen. In einer Petition forderte die Zeitung sogar das Verbot der rechtsextremen Partei “Front National“, weil diese gegen Migrant/innen hetzt. Gläubige verurteilen die Tat Papst Franziskus nimmt laut des Vatikansprechers im Gebet Anteil am Leid der Verletzten und der Familien der Todesopfer. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) spricht von einem „abscheulichen Verbrechen“. Die Kirchenoberhäupter warnten ausdrücklich davor, jetzt Hass gegen Muslime zu schüren. In Frankreich sprach der französische Rat des muslimischen Glaubens im Namen der „Muslime Frankreichs“ von einem „barbarischen Akt gegen Demokratie und Pressefreiheit“. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland teilt mit: „Durch diese Tat wurde nicht unser Prophet gerächt, sondern unser Glaube wurde verraten und unsere muslimischen Prinzipien in den Dreck gezogen.“ In deutschen Moscheen soll am Freitag den Opfern gedacht werden. Rechte instrumentalisieren den Anschlag Der stellvertretende Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD) Alexander Gauland vereinahmte die Morde und sagte: „Vor diesem Hintergrund erhalten die Forderungen von Pegida besondere Aktualität und Gewicht.“ Dabei unterschlug er, dass die Ermordeten ihre Kritik gleichermaßen gegen religiöse wie xenophobe Intoleranz gerichtet haben. Auch die Pegida-Organisatoren nutzten den Anschlag, um auf Ihrer Facebook-Seite Ressentiments zu schüren. Die konservative CDU-Abgeordnete Erika Steinbach verhöhnte gar auf Twitter die Opfer, indem sie schrieb „Nur kath. Kirche kritisieren,sonst lebensgefährlich;-)“. Das Kulturbüro Sachsen e.V. verurteilt die Pegida-Demonstrationen als einen „rassistischen Resonanzraum“, geprägt von chauvinistischem Denken und autoritärem Demokratieverständnis. Sowohl Vertreter der katholischen als auch der evangelischen Kirche in Deutschland warnen vor Vorurteilen und Hass, der von den Initiatoren verbreitet wird. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, verurteilte Pegida für den Missbrauch des Etiketts „christlich“ für Fremdenfeindlichkeit. Anlässlich der Morde wiederholten viele Politiker und Kirchenoberhäupter ihre Warnung vor fremdenfeindlichen Parolen gegen Menschen aus unserer Mitte. Die Sorge ist berechtigt: In Frankreich wurden nach den Morden in Paris mehrere Anschläge auf Moscheen, Gebetsräume und Imbisse verübt. Auch in Deutschland gab es in den letzten Monaten Anschläge auf Asylbewerberheime bei Nürnberg. Eine Spirale aus Angst, Hass und Gewalt droht. Eine Welle der Solidarität gegen Hass und Gewalt Noch am Abend der Morde gingen in ganz Frankreich in zahlreichen Städten insgesamt 100.000 Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität und ihr Mitgefühl zu bekunden. Auch vor der Französischen Botschaft in Berlin versammelten sich Menschen und forderten, der Botschaft des Hasses keine Chance zu geben. Mit dem Solgan „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie) machten Menschen auf der ganzen Welt deutlich, dass sie die Morde verurteilen. Die Redaktion von „Charlie Hebdo“ stellte diese Solidaritätsbekundung wenige Stunden nach dem Überfall in vielen Sprachen auf ihre Internetseite, darunter Arabisch, Russisch und Deutsch. Weltweit zeigen Menschen damit ihre Solidarität mit den Opfern und ihren Familien. Doch nun versuchen rechte Gruppen diese Botschaft der Solidarität für ihre Hetze zu vereinnahmen. Das lassen wir nicht zu! Sie können helfen, wenn Sie an den Gegendemonstrationen gegen Pegida teilnehmen, die in vielen Städten stattfinden. Erteilen sie der Hass-Botschaft von Pegida und dem Versuch der Vereinnahmung der Morde durch menschenfeindliche Bewegungen eine klare Absage! Warum sich Campact gegen Pegida positioniert Seit Wochen schüren in Dresden die Initiatoren von Pegida Ängste vor einer angeblichen „Islamisierung des Abendlandes“ – und ernten bundesweite Aufmerksamkeit. Wie absurd diese Behauptung ist, zeigen bereits wenige Zahlen: In Sachsen sind gerade einmal 0,4 Prozent der Einwohner/innen Muslime. Salafisten sind gar nur zu 0,02 Prozent vertreten, so der Verfassungsschutzbericht des Landes Sachsen. Als Bürgerbewegung, mit der sich bundesweit Menschen für progressive Politik engagieren, unterstützt Campact die Ziele des örtlichen Bündnisses „Dresden für alle“. Darum haben wir bereits im Dezember dessen Aufruf an die Campact-Aktiven aus Dresden und Umgebung weitergeleitet. Wir halten es für sehr wichtig, dass möglichst viele Menschen gemeinsam und friedlich zeigen, dass Dresden mehr ist als die Menschen, die sich zur Zeit hinter Pegida versammeln.

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