Strom aus Sonne Wind und Biomasse, das Schwerpunktthema der GRÜNEN Kreisversammlung

Kreisversammlung (am Mittwoch 11.05.2011)

Als Referent konnte ich Dr. Eduard Belotti begrüßen, den ich als Fachmann für die Kreisversammlung eingeladen hatte. Eduard Belotti beschäftigt sich beruflich mit Kosten und Nutzen der alternativen Stromerzeuger und setzt sich als Mitglied beim BUND Naturschutz mit den Folgen von Ökostromerzeugung kritisch auseinander.

Die "Mitbewerber" bilden sich fort ! ?????????? Ausgangspunkt des Referats war eine Sammlung von Zeitungsberichten, über das für und wider von Sonnenstromerzeugung und die Schwierigkeiten im Landkreis Augsburg,  Standorte für Windkraftanlagen zu finden. Als wesentlichen Punkt erwarteten die Teilnehmer eine Gegenüberstellung, von Kosten, Nutzen, Umweltbelastung und sozialer Problematik der drei größten alternativen Stromerzeuger. Als Einstieg wählte der Referent die aktuelle Diskussion um den ausufernden Maisanbau in der Region Augsburg und die angeblich „hoch subvensionierten, flächenverbrauchenden“ Solaranlagen. (Siehe Artikel rechts, – und  C. Kamm MdL, zu Grünlandverlust AZ14.5.

Um 5 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr zu erzeugen, benötige man etwa 10 Hektar Photovoltaik-Anlagen im Freiland oder 250 Hektar Mais für Biogas, – oder aber eine einzige moderne Windkraftanlage an einem nur mäßigen Standort, die nur einen Bruchteil eines Hektars als Standfläche brauche, erklärte Dr. Eduard Belotti. Auf dem Rest des Hektars könne man dann zusätzlich Nahrungs- oder Futterpflanzen anbauen oder sie der Natur überlassen. Bei der Windkraft gebe es auch deutlich geringere Konflikte mit dem Naturschutz als etwa bei der Wasserkraft oder beim Anbau von Mais für Biogas. Für den Maisanbau werde auch in Bayern häufig sogar Grünland auf Moorböden oder in FFH-Gebieten umgebrochen. Belotti plädierte dafür die Vergütung für Biogasstrom stärker an die Nutzung der Abwärme zu koppeln und die Förderung von Mais weg, auf ökologisch weniger bedenkliche Energiepflanzen zu lenken.

Ulm SeligweilerBei der Windkraft sei der Verzicht auf Höhenbeschränkungen entscheidend. Denn eine Windkraftanlage, die nur 100 Meter hoch sein dürfe, sei ebenso sichtbar wie eine höhere Anlage, bringe aber viel weniger Ertrag und sei in der Regel unwirtschaftlich. Windstrom an Land werde nur mit     7 bis 9,5 Cent pro kWh vergütet und damit sei damit deutlich günstiger als Offshore-Windstrom, Solarstrom oder Strom aus Biogas.

Biogasanlagen würden im Extremfall im Preis gleich “gefördert“, wie der Strom aus großen Photovoltaik-Freiland-Anlagen.

Als Zusammenfassung des Referats formulierte ich die Aufforderung an die Grünen im Landkreises, sich bei der zu Zeit stattfindenden Diskussion um die Neufassung des Regionalplanes für die Ausweisung von Windkraftstandorten einzumischen. Vielerorts würde auf Grundlage des veralteten Regionalplans, der sowohl unrechtmäßige Festlegungen beinhaltet, als auch unzeitgemäß ist, Zukunftsplanungen diskutiert. Die Grünen sollten informiert sein und regionale und globale Weitsicht haben.

Dazu ist diese Veranstaltung eine gute Grundlage gewesen.

HG

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